18 Projekte zum Schutz der Störche am Bodensee
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Radolfzell. Das Storchenprojekt am Bodensee, am Alpenrhein und in Oberschwaben zeigt erste Erfolge.
Gerhard Herr
«Dieses Jahr brüteten am westlichen Bodenseeufer 23 Storchenpaare. Das sind so viele wie seit Menschengedenken nicht», sagt der 67-jährige «Storchenvater» Wolfgang Schäfle. Er montiert soeben ein Storchennest auf dem rund 800-jährigen Turm im deutschen Riedheim, in der Nähe von Singen. Dann bereitet er das Nest vor. Mit einer Heckenschere schneidet er sorgfältig die abstehenden Äste des aus Weiden geformten Rades ab und polstert das Nest mit Stroh und Gras aus. Dann montiert er die künftige Storchen-Wohnung in schwindelnder Höhe auf einer Holzplattform. Schäfle, der seit 1983 die Störche im Kreis Konstanz betreut, ist optimistisch, dass die Nistunterlage im kommenden Frühjahr angenommen wird: «Das ist ein Erfolg der Schutzmassnahmen, die in der Schweiz begonnen haben.»
22 Jungstörche am Alpenrhein
1972 wurden in Baden-Württemberg gerade noch acht Storchennester gezählt. Heute gibt es landesweit 80 Stück – Tendenz steigend. Rund 250 Störche leben im Südwesten. Die meisten davon im Bodenseeraum. Reto Zingg aus Ebnat-Kappel berichtet, dass im Alpenrheintal zwischen dem Kanton St. Gallen und dem österreichischen Vorarlberg in diesem Jahr zehn Brutpaare mit 22 Jungvögeln gezählt worden sind.
Feuchtgrünland nötig
Viele ältere Tiere fliegen auch in der kälteren Jahreszeit um Kirchtürme oder staksen über die Wiesen in der österreichisch-schweizerischen Grenzregion am Alpenrhein, am Bodensee und in Oberschwaben. Diese Überwinterer wurden grossenteils hier aufgezogen. Für den Landesbeauftragten für Naturschutz Gerhard Thielcke, ist die Rückkehr der grossen Wiesenvögel ein Zeichen dafür, dass am See noch genügend Feuchtgrünland erhalten sei und erhalten bleiben müsse. Aus diesem Grund war der Radolfzeller Biologe einer der Motoren des Projektes «Storchenlebensräume», das im Frühsommer 2005 ins Leben gerufen wurde. Eine bisher einmalige Zusammenarbeit am Bodensee, die bis 2008 von der Europäischen Union und der Schweiz aus den Töpfen des Interreg-Programms III A gefördert wird.
Schüler lernen über Störche
Das Landratsamt Bodenseekreis hat die Koordination von 18 Teilprojekten übernommen. Diese reichen vom Vogelschutzgebiet Maientritt im Kanton St. Gallen über das Lauteracher Ried in Vorarlberg bis ins Deggenhauser Tal und zu den Feuchtwiesen von Salem, Ravensburg und Isny.
Dabei sollen Schülerinnen und Schüler über die Störche und die Bedeutung ihrer Lebensräume für weitere Tier- und Pflanzenarten hingewiesen werden. «Das Schöne am Projekt ist, dass wir gemeinsam den Störchen helfen, denn die Vögel kennen auch keine Grenzen bei ihrer täglichen Nahrungssuche», sagt Thielcke.
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