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Schweizer Ried



über das Schweizer Ried

Das Schweizer Ried liegt - trotz seines Namens – nicht in der Schweiz, sondern in Lustenau, Vorarlberg. Es ist ein Ried- und Wiesengebiet mit großem Potenzial für Störche und andere Wiesenvögel.

 

Kleingewässer waren früher in den Riedgebieten häufig. Heute fehlen sie weitgehend. Im Schweizer Ried in Lustenau wurden deshalb vier großflächige Flachteiche auf ehemaligen Ackerflächen, im Wolfurter Ried vier kleinflächige und im Lauteracher Ried zwei kleinflächige Flachteiche angelegt. Von solchen Kleingewässern profitieren nicht nur wassergebundene Arten wie Amphibien und Libellen, sondern auch Wiesenvögel.

 

Auch eine Horstunterlage wurde im Schweizer Ried errichtet.

 

 

Extensivierungsfläche mit Vernässung - Foto M. Grabher
Extensivierungsfläche mit Vernässung - Foto M. Grabher
Teich 1 im Schweizer Ried - Foto M. Grabher
Teich 1 im Schweizer Ried - Foto M. Grabher


Monitoring der Flachteiche im Schweizer Ried

Die im Rahmen des Interreg-Projektes neu angelegten Gewässer entwickelten sich zu wichtigen Landschaftsstrukturen im Schweizer Ried, da zumindest die größeren Gewässer auch während längerer Trockenzeiten (z B. im Frühjahr 2007) Wasser führten. Zwischen den Teichen 4 und 5 hat die Grundeigentümerin, die Ortsgemeinde Au, im Jahr 2007 auf eigene Kosten ein drittes Feuchtbiotop angelegt.

Die Entwicklung der Teiche wurde durch die Indikatorgruppen Vegetation, Amphibien und Vogelwelt dokumentiert.

 

Erfolgskontrolle im Schweizer Ried: Vegetation der Flachteiche

 

Nachdem sich bereits im Jahr 2006 eine mehr oder weniger geschlossene Ufervegetation entwickelt hatte, zeichnet sich im Jahr 2007 die Verlandung von zwei Flachteichen ab: Der Breitblättrige Rohrkolben (Typha latifolia), der alle Teiche besiedelt und in tieferen Wasserbereichen die dominierende Art ist, konnte sich massiv ausbreiten. Insbesondere Teich 1 mit nur noch etwa 50 m² freier Wasserfläche und Teich 2 mit rund 30 m² freier Wasserfläche sind inzwischen zu rund 90 % mit Rohrkolben bewachsen. Im Jahr 2008 ist das vollständige Zuwachsen dieser Flachgewässer zu erwarten.

Mit der Späten Goldrute (Solidago gigantea) konnten sich 2007 die ersten Problempflanzen ansiedeln: Noch treten Goldruten erst in Einzelexemplaren auf; es ist aber zu erwarten, dass die Art auf trockenen Uferstandorten weiter zunimmt. Lokal treten im Uferbereich auch die ersten Gehölze auf (z B. Pupurweide – Salix purpurea bei Teich 1). Arten der Ackerbegleitflora sind nur noch in Einzelpflanzen vorhanden.

 



Verbreitete Pflanzenarten

 

 



Vogelwelt der Flachteiche

Die Bedeutung der Flachteiche für die Vogelwelt, die sich bereits im ersten Jahr manifestiert hat, konnte auch 2007 bestätigt werden. Sowohl für durchziehende Arten als auch für die im Gebiet brütenden Wiesenvögel erwiesen sich die Feuchtstandorte als wertvolle Lebensräume. Bemerkenswerte Nahrungsgäste sind Bekassine und Kiebitz, von dem maximal 81 Exemplare beim Frühjahrszug am südlichsten Teich gezählt wurden. Vor allem in Trockenzeiten sind die Feuchtstandorte für die Jungvögel wichtig.

Die im Gebiet brütenden Weißstörche hielten sich regelmäßig bei den Feuchtbiotopen auf. Vom 24. bis 27. September 2007 war erneut ein Schwarzstorch Nahrungsgast an den Flachteichen.

 

Amphibien

 

Obwohl im Schweizer Ried in den vergangenen Jahren insgesamt acht Amphibienarten nachgewiesen wurden, konnten in den neu geschaffenen Teichen im Jahr 2007 nur Wasserfrösche nachgewiesen werden. Nahe des nördlichsten Flachteichs wurde am 7. Mai 2007 ein rufender Laubfrosch registriert.

In den zwei nördlichsten Teichen wurden vom 7. bis 8. Mai 2007 Molchreusen eingebracht, die allerdings keine weiteren Artnachweise erbrachten.

 

Es ist jedoch zu erwarten, dass die Bedeutung der neuen Gewässer als Lebensräume für Amphibien in den kommenden Jahren steigen wird, da sich die Verhältnisse durch die rasche Vegetationsentwicklung im Sommer 2007 deutlich verändert haben

 



Stand: Januar 2007

 

Ortsgemeinde Au, St. Gallen: Dem Storch die Rückkehr erleichtern

 

Bericht von Reto Zingg, Schweizerische Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG), Projektpartner des Interreg-Projekts:

Nachdem die wertvolle Rietlandschaft in den letzten Jahren ökologisch entscheidend aufgewertet wurde, und nach unserer Horstaktion vom 14. Januar 2007 ist die Chance groß, dass sich hier im Frühjahr 2007 oder in den Folgejahren Störche ansiedeln werden. Es wäre das zwölfte Brutpaar im Alpenrheintal.

 

Hier eine kurze Info über den Verlauf der Horstaktion, die bei sonnigem "Frühlingswetter" durchgeführt werden konnte …: Auf dem Grundbesitz der Ortsgemeinde Au, Kanton St. Gallen, wurde eine Horstplattformen neu erstellt und drei bestehende ersetzt. Nach Augenscheinen im Gelände ergaben sich noch einige Änderungen bei der Auswahl der Bäume. Den zweiten Horst montierten wir - anstelle des geplanten auf einer Fichte - auf einer Birke nordöstlich der Jagdhütte, wo sich eine eingewachsene Plattform befand. Der Horst war schon von Störchen angeflogen worden.

 

Der Horst nordöstlich des Gebäudes der Ortsgemeinde, auf einer Birke am Wegkreuz, neben dem neuen Weiher, wurde erneuert und frei geschnitten. Der vierte Horst wurde neu als Ersatz für den eingewachsenen Horst in einer Birke, nördlich des Parkplatzes, nahe der Zellgasse, auf der benachbarten Esche montiert. Aus Zeitgründen konnten die Plätze nicht aufgeräumt werden. Ich danke der Ortsgemeinde für die noch auszuführende Asträumung.

 

Die Aktion ist Teil des Interreg-Projektes IIIA  „Feuchtgründland und Storchenlebensräume zwischen Alpenrhein und Donau“. Sie wurde in Koordination mit dem Vorarlberger Horstförderungsprojekt durchgeführt. Ich danke an dieser Stelle der erfahrenen Horstbaumannschaft der Diepoldsauer Kompagnie der Feuerwehr Mittelrheintal und Peter Thurnheer vom Storchenhof bestens für ihren hervorragenden Einsatz.

 

Für die prompte Lieferung der Äste  danke ich dem Rheinunternehmen und Leo Gadient für das spontane Anfertigen der Ringe mit seinen Schülern. Dank auch an die Presse für gute Berichte und an diejenigen Aktiven, die die Pressearbeit organisiert hatten.




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