Im Winter 2006 / 2007 wurde auf dem kreiseigenen Flurstück 189 der Gemeinde Salem, Bodenseekreis, Ortsteil Buggensegel, nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Bodenseekreis und der Gemeindeverwaltung bei Frostwetter der Bodenabtrag vorgenommen.
Die Ränder des Hauptgrabens wurden abgeflacht und seichte, grabenbegleitende Kleingewässer angelegt. Wenige Tage später wurde das vor Ort montierte Stauwehr aus Lärchenholz mit Hilfe eines Baggers gesetzt.
In mehreren Begehungen wurde der Staueffekt fotografisch festgehalten. Eine zoologische und eine botanische Erfassung ergaben folgende Arten (ad = erwachsen, juv. = Jungtier, larval = als Larve):
- Gelbbauchunke, ad. ruf, zahlreich!
- Laubfrosch, ad.
- Wasserfrosch, ad. und juv.
- Grasfrosch, larval
- Teichmolch, ad.
- Bergmolch, ad.
Auf dem Rohboden hatte sich eine schöne Pioniergesellschaft gebildet, u.a. mit:
- Froschlöffel
- Sumpfkresse
- Wasser Ehrenpreis
- Krötenbinse
- Sumpf-Ruhrkraut
- Wasserstern
Diese überaus rasche Besiedelung durch viele Arten zeigt, wie ökologisch sinnvoll diese Maßnahme war.

Die vom Bodenseekreis erworbene Wiese von etwa 1,4 Hektar befindet sich einen Kilometer westlich des Salemer Teilortes Buggenseggel. Im Süden grenzt das nach Bundesnaturschutzgesetz geschützte Biotop Nr. 5448 unmittelbar an. Im Nordwesten wird das Gebiet vom Weihergraben tangiert, der aus dem Killenweiher kommt und in die Salemer Aach mündet. Im Einzugsbereich des Projektgebietes befinden sich die zwei Storchenhorste von Mimmenhausen und Grasbeuren in 1200 und 1500 Meter Entfernung.

Grabenwehr, Grabenaufweitung und Anstau in Salem-Buggenseggel (Fotos: Schöllhorn)
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Die Wiese wird von dem erwähnten Hauptgraben und weiteren kleineren Gräben durchzogen, die teilweise auch bei längerer Trockenheit noch Wasser führen. Die Wiese hat einen feuchten Charakter und wurde bisher durch zweimalige Mulchmahd oder Schafbeweidung bewirtschaftet. Das angrenzende Biotop weist eine Schilf- und Hochstaudenvegetation auf, die zunehmend von Brennnessel und chinesischem Springkraut überwachsen wird.
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Im südlichen Bereich, teilweise in das geschützte Biotop hineinragend, wurde ein Graben aufgeweitet und teilweise vertieft sowie eine Verbindung zum Weihergraben hergestellt, welcher dadurch bei Hochwasser das Gebiet überflutet. Ein Wehr in Holzkonstruktion mit Schieber ermöglicht es, den Verbleib des Wassers im Gebiet zu regulieren. Ziel ist es, die Wiesen dadurch teilweise wieder zu vernässen und damit ein Feuchtbiotop für Amphibien und Nahrungshabitat zum Beispiel für Störche zu schaffen.
Die Regulierbarkeit des Wasserstandes sichert die bisherige Bewirtschaftung nach dem Prinzip der Wässerwiesen. Damit stellt das Gebiet einen weiteren Trittstein im großräumig angestrebten Verbund „Feuchtgrünland und Storchenwiesen“ dar. Es kann außerdem der erste kleine Baustein einer ökologischen Vernetzung der Salemer Weiher westlich der Bahnlinie mit der Salemer Aach auf östlicher Seite darstellen. Die logische Fortführung wäre das Wiesenvernässungs- und Beweidungsprojekt „Elsegg“, das von den Gruppen des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Salem und Markdorf der Sielmannstiftung angetragen wurde und das gute Aussichten auf Umsetzung hat.
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 Der Vorstand des BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben besichtigt die Maßnahmen. Auf dem Rohboden hatte sich eine schöne Pioniergesellschaft gebildet, mit Froschlöffel, Sumpfkresse, Wasser Ehrenpreis, Krötenbinse, Sumpf-Ruhrkraut und Wasserstern.
Eine Betreuung des Gebietes soll durch die BUND-Ortsgruppen Salem und Markdorf sowie durch den örtlichen Jagdpächter erfolgen. Wie bereits in den letzten Jahren können die Wiesen nach dem Abtrocknen zweimal jährlich von der Schäferei Gulde beweidet werden. Die Bekämpfung des Springkrautes mit den geeigneten Maßnahmen bedarf noch einer Klärung.
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 Foto: Franz Beer
Im Gewann Buggenseggel, in der Gemeinde Salem, Bodenseekreis, wurden zu Beginn des Jahres 2006 im Rahmen unseres Interreg-Projekts Gräben abgeflacht und Kleingewässer gestaltet. Dazu bestellte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Bagger, der bei starkem Frost zum Einsatz kam. Das hatte den Vorteil, dass die Arbeiten und die Bodenabfuhr keine Spuren auf der seggenreichen Feuchtwiese hinterließen. Mit diesen Maßnahmen konnte der BUND den Lebens- und Nahrungsraum zweier Storchenbrutpaare deutlich verbessern.
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Dort, wo Gräben bestehen, lassen sich durch Aufweitungen am Ufer die Lebensräume des Weißstorches sowie anderer Wiesenvögel aufwerten. Die Aufweitungen schaffen neue Lebensmöglichkeiten für Kleinfische, Wasserinsekten und andere Wassertiere. Sie können auch dazu beitragen, dass Störche und andere Vögel besser ans Wasser kommen.
Aufweitungen, meist mit dem Bagger durchgeführt, können aus einem kanalartigen Graben ein mäandrierendes, lebendiges Gewässer entstehen lassen. In Salem-Buggensegel, Bodenseekreis, wird ein Feuchtgebiet im Rahmen des Interreg-Projekts zum Beispiel durch Grabenaufweitung optimiert. Die in unmittelbarer Nähe brütenden Störche werden das zu schätzen wissen.
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