Hauptversammlung des Vereins Rheintaler Storchenhof
Artikel vom 19. Juni 2006, Copyright © Rheintalische Volkszeitung, Autor: Rolf Weidmann
Präsident Reto Zingg stellte den rund 20 erschienenen Mitgliedern an der Hauptversammlung vom Freitagabend im Restaurant Sternen in Kriessern das transnationale Interregprojekt auf dem Storchenhof und dem benachbarten Lachenhof vor.
Kriessern. – Im St. Galler Rheintal werden zwei Teilprojekte durchgeführt. Eines ist das Umweltbildungsprojekt Ciconia und Adebar, bei dem elf Klassen der Unter- und Mittelstufe und zahlreiche Jugendliche des Stellenlosenprojektes «Fit4job» beteiligt sind. Auf dem Storchen- und Lachenhof kann man in spannenden Workshops den Storch genauer kennen lernen und Natur pur erleben. Das zweite Projekt hat die Gestaltung einer nahe beim Storchenhof gelegenen Storchenwiese von rund drei Hektaren zum Ziel.

 Reto Zingg, Präsident des Vereines Rheintaler Storchenhof, stellte in Aussicht, dass bald ein Feuchtgebiet für Störche und Watvögel realisiert wird. (Foto: Rolf Weidmann)
Wichtiges Durchzugsgebiet
Das Projektgebiet der Storchenwiese befindet sich in der meliorierten Ebene in der weiteren Nachbarschaft des Storchenhofes. Es liegt nur etwa einen halben Kilometer vom Alpenrhein entfernt. Damit ist es Teil eines wichtigen Durchzugsgebiet von Störchen und anderen Wasservögeln. Das neue, räumlich ausgedehnte Feuchtgebiet wird also auch als Rastplatz und Nahrungsraum für durchziehende Vögel bedeutsam werden. Neben der offenen Landschaft und der zur Verfügung stehenden Parzelle von beinahe drei Hektaren stellt der anmoorige Boden günstige Voraussetzungen für ein neues, extensiv zu bewirtschaftendes Feuchtgebiet dar. «Das Potenzial ist für die Wieder- und Neubesiedlung auch durch bedrohte Tierarten vorhanden», betonte Präsident Zingg. Sicher werde sich eine starke Wasserfroschpopulation entwickeln. Auch die Ringelnatter und die Zauneidechse seien zu erwarten. Von den Singvögeln könnten das Schwarzkehlchen, der Teich- und Sumpfrohrsänger, der Gelbspötter oder die Rohr- und Goldammer neue Brutreviere finden.
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Neue Kleingewässer
«Weil die Rheinebene einen wichtigen Limikolenrastplatz darstellt, sind an den neuen Kleingewässern zukünftig auch regelmässig mehrere durchziehende Watvogelarten zu erwarten», führte Präsident Zingg weiter aus. Dem Feldhasen, dem Iltis, dem Hermelin und weiteren Kleinsäugerarten werde das zukünftige Feuchtgebiet ebenfalls neuen Lebensraum bieten. Weil der benachbarte Storchenhof mit seinem Netz von Naturlandflächen gleichsam einen Magnet für durchziehende und rastende Störche darstellt und in der näheren und weiteren Umgebung mehrere Storchenpaare brüten, wird die betreffende Parzelle auch zu einem bedeutsamen neuen Nahrungsgrund für Störche werden.
Lebensraum aufgewertet
Aber auch die Planung und Schaffung von Lebensraumaufwertungen ist erfolgreich am Entstehen. «All diese Lebensraumaufwertungen liessen das Rheintal wieder zum Storchenland werden», freute sich Präsident Zingg. So brüteten in diesem Jahr zwischen Hard und Salez elf Storchenpaare im Alpenrheintal. Leider habe «Väterchen Frost», der eine intensive Schafskälte in diesem Frühjahr bescherte, hart in die Population der Jungstörche eingegriffen. Es gebe leider nur noch in sechs Horsten Junge. Die Jungvögel in den anderen Nestern seien der extremen Nasskälte zum Opfer gefallen. Erfreulich sei, dass im Horst auf dem Storchenhof ein starker Jungvogel überlebte. «Auf dem Storchenhof werden die Naturlandflächen gut gepflegt», meinte Präsident Zingg. Immer wieder könnten auch Junghasen beobachtet werden. Dies wohl auch dank dem Hasenasyl um das Hofgelände. Leider gebe es immer wieder unvernünftige Hundehalter, welche die Hunde nicht unter Kontrolle haben, so dass es schon zu Hasenhetzen gekommen sei. Aus diesem Grund habe man neu Tafeln aufgestellt, welche auf einen Leinenzwang für Hunde im Hasenasyl aufmerksam mache. «Wir hoffen, dass die Hasen dank diesen Tafeln besser geschützt werden», sagte Präsident Zingg.
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