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Durch den Storch an die Jugend

Artikel vom 20. Juni 2006, Copyright © Rheintalische Volkszeitung, Autor: Anna S. Wendel 

 

Im Rheintal soll die Storchpopulation weiter gestärkt und die Lebensräume aufgewertet werden. Durch das Interreg-Projekt soll auch die Öffentlichkeit auf die belebte Umwelt sensibilisiert werden.

 

Kriessern. – Durch die extremen Wetterverhältnisse ist dieses Jahr rund die Hälfte des Stochnachwuchses gestorben. Auf dem Storchenhof und dem Lachenhof wird nun diesen Sommer das Umweltbildungsprojekt «Ciconia und Adebar» für Unterstufen- und Mittelstufeklassen durchgeführt. Es läuft im Rahmen des Interreg-Projektes «Feuchtgrünland und Storchenlebensräume». Dieses wurde gestern von Reto Zingg, Präsident der Schweizerischen Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG), den Behörden und Medien vorgestellt.

Ziel des Teilprojektes in der Schweiz ist es, die Weissstorchpopulation im Rheintal zu vergrössern und gleichzeitig den Lebensraum der Störche ökologisch aufzuwerten. Die Mitarbeit wird auf zwei Ebenen erfolgen: durch die Lebensraumaufwertung und durch Öffentlichkeitsarbeit mit Schwerpunkt auf die Umweltbildung.

Zur Aufwertung der Lebensräume wird die SSVG das fast drei Hektaren grosse Gebiet Maientratt in der Gemeinde Oberriet in eine «Storchenwiese» verwandeln: eine Extensivwiese mit Feuchtflächen.

 



Die Jugend für die belebte Umwelt begeistern: Mo Keist erzählt die Geschichte von «Ciconia und Adebar», einem Storchenpaar auf der Reise in ihr Überwinterungsgebiet. (Foto: A. Wendel)
Die Jugend für die belebte Umwelt begeistern: Mo Keist erzählt die Geschichte von «Ciconia und Adebar», einem Storchenpaar auf der Reise in ihr Überwinterungsgebiet. (Foto: A. Wendel)

Persönliche Bindung zur Natur

Mit der Öffentlichkeitsarbeit sollen hauptsächlich Kinder und Jugendliche angesprochen werden. Oder wie es Reto Zingg ausdrückt: «Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.» Auf spielerische Weise soll der Storch und seine Lebensraumansprüche den Unter- und Mittelstufenschülern näher gebracht werden. Dazu wird den Schulen ein Exkursionshalbtag «zu den Störchen im St. Galler Rheintal» angeboten.

Auf dem Lachenhof erzählt die Rebsteiner Schauspielerin und Tänzerin Mo Keist die Geschichte vom Storchenpaar Ciconia und Adebar, die zu einer abenteuerlichen Reise nach Afrika aufbrechen. Das Märchen wird durch gemeinsames Singen sowie Pantomime- und Tanzelemente unterstützt. Zum Besuch bietet sich ausserdem die inatura-Wanderausstellung «Storchstory» mit einem 3D-Film und Informationstafeln zum Thema Storch. Die Ausstellung wurde vom europäischen Museumsforum zum «Museum of the Year» gewählt. Auf dem Lachenhof können verschiedene Hoftiere sowie die aufgewerteten Landschaftsteile und das Storchengehege besucht werden. In einem Workshop können Kinder der 1. bis 3. Primarschule Kartonfrottagen und -druck gestalten. Ab der 4. Klasse werden Storchskulpturen aus Draht und Gips hergestellt. An beiden Orten sind ausserdem Betreuungspersonen aus dem Motivationssemester «fit4job» zur Unterstützung anwesend.

 



Interregionales Projekt

Naturschutzverbände zwischen Alpenrhein und Donau haben erkannt, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit notwendig ist. Am internationalen Interreg-III-A-Projekt «Feuchtgrünland und Storchenlebensräume zwischen Alpenrhein und Donau» sind neben dem Rheintal auch Voralberg, das Fürstentum Liechtenstein sowie die Landkreise Bodenseekreis und Ravensburg beteiligt. In diesen Regionen werden verbuschte Wiesen von Gehölzen befreit, Feuchtwiesen mit Weidetieren gepflegt und in Teilbereichen der Grundwasserstand angehoben. Für den Charaktervogel Storch werden Feuchtwiesen und Kleingewässer als Nahrungsgrundlage verbessert sowie Nisthilfen und Horstunterlagen errichtet.



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